QR-Rechnung Schweiz: was sie ist und was OpenBusinessERP druckt
Die QR-Rechnung hat im Oktober 2022 die orangen und roten Einzahlungsscheine abgelöst. QR-IBAN mit QR-Referenz, SCOR oder ohne Referenz, und was der Zahlteil in OpenBusinessERP kann und noch nicht kann.
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Diese Seite fasst öffentlich zugängliche Regeln zusammen und beschreibt, was die Software tut. Sie ersetzt keine Beratung durch Ihre Steuerberatung. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen in ihrer aktuellen Fassung.
In der Schweiz und in Liechtenstein bezahlt man Rechnungen mit der QR-Rechnung. Diese Seite fasst zusammen, was der SIX-Standard verlangt, und nennt, was OpenBusinessERP davon heute druckt und was nicht.
Was die QR-Rechnung ist
Die QR-Rechnung besteht aus einem Zahlteil mit Swiss-QR-Code und einem Empfangsschein auf einem Abschnitt im Format A6 quer (210 × 105 mm), meist am Fuss der Rechnungsseite. Der Code enthält Konto, Empfänger, Betrag, Währung, optional den Zahlungspflichtigen und eine Referenz. Er hat die orangen und roten Einzahlungsscheine abgelöst: Diese konnten bis 30. September 2022 verwendet werden, seit dem 1. Oktober 2022 werden sie nicht mehr verarbeitet.
Die Nutzdaten folgen den Swiss Implementation Guidelines von SIX: Kopf „SPC“, Version 0200, Zeichencodierung 1, Felder in fester Reihenfolge. Zulässige Währungen sind CHF und EUR. Adressen müssen seit November 2025 strukturiert (Adresstyp S) angegeben werden; die frühere kombinierte Form (Typ K) wird nicht mehr akzeptiert.
Die drei Referenzarten
| Typ | Konto | Referenz |
|---|---|---|
| QRR | QR-IBAN (Bankleitzahl 30000 bis 31999) | 27 Ziffern, die letzte ist eine Prüfziffer (Modulo 10 rekursiv) |
| SCOR | normale IBAN | Creditor Reference nach ISO 11649, beginnt mit „RF“ |
| NON | normale IBAN | keine Referenz; optional eine Mitteilung bis 140 Zeichen |
Eine QR-IBAN erhalten Sie von Ihrer Bank; sie sieht aus wie eine IBAN, ist aber ein eigenes Konto-Merkmal. Mit QR-IBAN ist nur QRR erlaubt, mit normaler IBAN nur SCOR oder NON.
Was OpenBusinessERP druckt
Aus dem Quellcode geprüft:
- Zahlteil im Rechnungs-PDF: Bei Betrieben mit Land Schweiz oder Liechtenstein und einer gültigen CH- oder LI-IBAN endet das PDF mit einem Zahlteil im Format A6 quer: Empfangsschein 62 mm, Zahlteil 148 mm, Trennlinien, Swiss-QR-Code mit 46 mm Kantenlänge und Schweizerkreuz. Fusszeile und Seitenzahl entfallen auf dieser Seite.
- Referenzart nach Konto: Mit QR-IBAN wird QRR gebildet, mit normaler IBAN SCOR. Beide leiten sich aus der Rechnungsnummer ab: QRR aus den Ziffern der Nummer (bis 26, links mit Nullen aufgefüllt, Prüfziffer ergänzt), SCOR aus den Buchstaben und Ziffern (bis 21 Zeichen, Prüfziffern nach ISO 11649). Lässt sich bei normaler IBAN keine SCOR bilden, wird NON mit der Rechnungsnummer als Mitteilung verwendet.
- Prüfungen vor dem Druck: IBAN-Prüfsumme, Währung CHF oder EUR, Betrag 0,01 bis 999 999 999,99, Feldlängen und der zulässige lateinische Zeichensatz, höchstens 997 Zeichen. Besteht eine Prüfung nicht, wird kein Zahlteil gedruckt.
- Sprache: Die Beschriftung gibt es auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, passend zur Belegsprache.
- Zahlungspflichtiger: Lässt sich die Kundenadresse lesen, steht sie im Code und auf dem Schein; sonst bleibt das Feld leer, mit Eckmarken zum Ausfüllen.
Wann der Zahlteil erscheint
- Land des Betriebs ist Schweiz (CH) oder Liechtenstein (LI), und die hinterlegte IBAN ist eine gültige CH- oder LI-IBAN.
- Der Schalter für den Zahlungs-QR-Code (GiroCode) in den Rechnungseinstellungen ist an; der Zahlteil verwendet denselben Schalter.
- Währung CHF oder EUR, Betrag grösser als 0.
- Die Firmenadresse ist lesbar (siehe unten). Mit QR-IBAN muss die Rechnungsnummer mindestens eine Ziffer ungleich null enthalten.
In allen anderen Fällen bleibt die Rechnung, wie sie ist. In anderen Ländern ändert sich nichts.
Was noch fehlt
- Keine Prüfung mit dem SIX-Validator: Die Nutzdaten werden nach den Regeln der Guidelines aufgebaut und automatisch getestet, aber nicht gegen das offizielle Validierungsportal von SIX geprüft und nicht von SIX oder einer Bank bestätigt. Prüfen Sie die erste Rechnung mit Ihrer Bank oder dem Portal, bevor Sie Kunden bitten, damit zu zahlen.
- Nur Helvetica: Der Zahlteil wird in der eingebauten Schrift Helvetica gesetzt. Die Guidelines erlauben sie, aber es gibt keine Auswahl. Zeichen ausserhalb des lateinischen Zeichensatzes des Standards führen dazu, dass kein Zahlteil gedruckt wird.
- Adresse aus Freitext: Es gibt keine getrennten Adressfelder. Das Programm liest Firmen- und Kundenadresse aus dem Freitext: letzte Zeile „PLZ Ort“ mit vierstelliger Postleitzahl (optional mit „CH-“ oder „LI-“ davor), davor Strasse und Hausnummer. Passt die Adresse nicht in dieses Muster, fehlt der Zahlteil (Firma) oder bleibt der Zahlungspflichtige leer (Kunde). Liechtenstein wird an den Postleitzahlen 9485 bis 9498 erkannt.
- Keine Sonderfälle wie Zahlung zugunsten Dritter (das Feld bleibt leer) oder alternative Verfahren.
- Die Zuordnung eingehender Zahlungen anhand der QR-Referenz wurde hier nicht geprüft; zum Bankabgleich siehe Funktionen.
Was Sie mit der Bank klären
- Ob Sie eine QR-IBAN für QRR brauchen oder mit normaler IBAN und SCOR oder NON arbeiten.
- Wie Ihre Bank Zahlungseingänge mit QR-Referenz meldet (camt.054) und ob Sie diese Meldungen nutzen wollen.
- Eine Probezahlung mit der ersten echten Rechnung, bevor Sie das Verfahren breit einsetzen.
Für die Buchführung in der Schweiz enthält OpenBusinessERP den KMU-Kontenrahmen; die Kontenrahmen stehen unter Funktionen. Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Quellen
- SIX: QR-Rechnung, Überblick und Dokumente
- SIX: Swiss Implementation Guidelines QR-bill (PDF, Englisch)
- SIX: Validierungsportal für QR-Rechnungen
- OpenBusinessERP: QR-Rechnung (Nutzdaten, Referenzen, Adressen) im Quellcode
- OpenBusinessERP: Zahlteil im Rechnungs-PDF